Jeder von uns kennt körperliche Beschwerden. Einige haben sie fast täglich andere nur ab und zu. Neben ärztlichen Hilfsmitteln wie Cortison Spritzen oder Schmerzmitteln wird oft Physiotherapie oder Massage verordnet.
In der Physiotherapie werden schmerzhafte Muskeln behandelt, Die Wirbelsäule, Becken und andere Knochen mobilisiert bis hin zur Haltungsschulung und Eigenaufgaben für den Patienten. Das kurzfristige Ziel ist immer gleich: Schmerzreduzierung! Auf lange Sicht wird versucht rezidive zu vermieden. An dem Punkt muss der Patient selbst aktiv werden. Täglich oder alle zwei Tage Aufgaben machen. An seiner Haltung arbeiten, im Alltag Lösungen finden für Situation, die die Problematik ausgelöst haben könnten, usw.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen das nur ein wirklich kleiner Teil dafür bereit ist. Gerade wenn die Schmerzen weg sind hören viele auf ihre Aufgaben regelmäßig zu machen. Der Großteil der Patienten kommt Wochen oder Monate später mit dem gleichen Problem wieder. Viele gehen davon aus das durch eine passive Behandlung (Patient liegt und Therapeut arbeitet) sich die Probleme von allein lösen. Viele bevorzugen eine Massage, da sie so schön entspannend ist.

Wenn wir aber einmal realistisch sind. Selten kommt der Patient mit akuten Schmerzen in die Praxis. Meist erst wenn der Schmerz schon seit Wochen oder Monaten von kleinen intermittierenden schmerz Phasen zu konstanten Schmerzen übergegangen ist. Häufig gefolgt von Bewegungseinschränkungen im betroffenen Gelenk und ggf. auch ein gestörter Schlafrhythmus durch Nachtschmerzen. Der Therapeut hat dann im standard Fall 2-Mal 20 Minuten in der Woche Zeit das entstandene Problem zu beheben. Die restlichen 10040 Minuten in der Woche bewegt sich der Patient wie gehabt weiter. Wie soll so eine zufriedenstellende Verbesserung eintreffen? Dazu kommt das die Behandlung von Muskeln, Nerven, Knochen lediglich eine Symptom Bekämpfung ist. Die Ursache bleibt weiterhin bestehen. Die Ursache überhaupt heraus zu finden ist nicht immer ganz einfach aber in der heutigen Zeit ist eine schlechte Körperhaltung oder der Mangel an „guter“ Bewegung ein ausschlaggebender Punkt für viele Probleme, die in der Physiotherapie behandelt werden.

Was ich damit sagen möchte ist das man sich der Situation bewusst werden sollte das eine Physiotherapie wie sie aktuell möglich ist (Maximal 18 Einheiten á 20 Minuten) lediglich zur Symptombekämpfung dient. Möchte man dafür sorgen das die Schmerzen fern bleiben muss man etwas an seinem Alltagsverhalten ändern.
Schmerzen sind immer ein Zeichen vom Körper das irgendetwas nicht stimmt. Diese sollten ernst genommen und nicht bagatellisiert werden.

P.S. Auch Cortison-, Schmerzspritzen, Schmerzmedikamente, Ultraschalltherapien, auch einige Operationen sind alles nur Symptombehandlungen (Bei Zeiten gehe ich darauf näher ein).

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